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Bericht über die Chorreise des Aphasiker Chores- Berlin nach Rheinsberg in Brandenburg vom 23.06. bis 25.06.2017

Anlässlich des fünfjährigen Bestehens des Aphasiker-Chores- Berlin plante Frau Samuel mit dem Chor eine Reise über ein Wochenende für das Jahr 2017.

Nur wenigen Chormitgliedern wäre es möglich gewesen, die Kosten für die Reise aufzubringen. Deshalb startete Frau Samuel im November 2016 einen Spendenaufruf, weil doch alle Chormitglieder gerne mitfahren wollten.

Dank zahlreicher kleiner und großzügiger Spenden, u.a. von Frau Ströbel, Lesern der Zeitschrift „Chorzeit" und der AOK, die einen Förderantrag von Herrn Laqua für unsere Reise bewilligte, stand im März 2017 unserer Chorreise nichts mehr im Weg. Alle anfallenden Kosten waren nun gedeckt, so dass jeder angemeldete Teilnehmer kostenlos mitfahren konnte.

Am Freitag, den 23.06.2017 hieß es für meine Eltern früh aufstehen, denn sie wollten pünktlich zum Treffpunkt um 09:45 Uhr im Hof, in der Oudenader Str. 16 eintreffen. Mit Sack und Pack und Rollstuhl brachte sie der Telebus dorthin.

Kurz nach 10 Uhr setzte sich die kleine Kolonne aus mehreren barrierefreien, hoteleigenen Kleinbussen nach Rheinsberg in Brandenburg in Bewegung. Mit an Bord waren 34 Teilnehmer, voller Vorfreude und Spannung auf ein schönes gemeinsames Wochenende. Die 34 Teilnehmer waren Chorsänger- und Sängerinnen, zum Teil im Rollstuhl, zum Teil mit einem Angehörigen als Begleitperson, unsere organisatorische Chorleiterin Frau Samuel und unser musikalischer Chorleiter Herr Böhmer.

Nach gut 1,5 Stunden Fahrt erreichten die Busse ihr Ziel, das Seehotel Rheinsberg.
Das Seehotel, wunderschön direkt am Grienericksee gelegen, wurde eigens für Menschen mit Behinderung vollkommen barrierefrei gebaut. Es verfügt sogar über ein Schwimmbad und viele weitere Freizeitangebote für Menschen mit und ohne Behinderung.


Nachdem alle ihre Zimmer bezogen hatten, gab es erstmal Mittagessen. Gut gestärkt und ein wenig ausgeruht, war um 16 Uhr die erste Chorprobe mit dem Chorleiter Herr Böhmer angesetzt. Der Höhepunkt der Reise soll nämlich unser Konzertauftritt morgen Abend im Hotel für die Hotelgäste und andere interessierte Zuhörer sein.

Um 17:30 Uhr gab es Abendbrot. Es war ein sehr reichhaltiges Büffet angerichtet. Das Essen schmeckt hier allen ausgezeichnet und lässt keine Wünsche offen.

Nach dem Abendbrot hielt Frau Samuel einen Vortrag zum Thema Aphasie und u.a. darüber, warum Singen so wichtig mr den Menschen ist. Alle Teilnehmer waren interessiert mit eigenen Wortbeiträgen dabei. Singen ist gesund, es weckt die Lebensgeister, hilft beim Sprechen, weil die Liedtexte beim Singen plötzlich ganz einfach ausgesprochen werden können, vertreibt Kummer und Sorgen und bringt einfach nur Freude in der Gemeinschaft mit Gleichgesinnten. „Wo man singt, da lass dich ruhig nieder!"

Anschließend nach dem Vortrag las Frau Jürschik aus ihrem Buch „Eine Sekunde" vor. In ihrem Buch erzählt sie, als Betroffene, ihre Geschichte, fiir die sie viele Jahre keine Worte gefunden hatte. Nach einem Unfall änderte sich ihr Leben schlagartig, von einer Sekunde auf die andere. Zehn Jahre danach schreibt sie mühsam, aber erfolgreich, ihr Erlebtes in ein Buch und gibt ihren Lesern Mut und Hoffnung im Ringen um das Wiederfinden von Worten und Sätzen.


Abends rief mich meine Mutter an und erzählte mir, dass ein Chormitglied unerwartet nicht mit gekommen sei und somit ein Platz frei wäre. Frau Samuel fragte, ob ich nicht noch nachkommen wolle. Freudig sagte ich zu.

Am Sonnabend, den nächsten Morgen traf ich also zum Frühstück im Seehotel ein. Frau Samuel kam mir entgegen und begrüßte mich freundlich. Nun war ich in die Gemeinschaft aufgenommen.

Um 10:15 Uhr ging es zur 2. Probe. Wir übten noch einmal die Lieder, die wir am Abend aufführen wollten.

Danach hatten wir Freizeit. Die meisten schauten sich ein wenig in Rheinsberg um. Rheinsberg ist ein kleines, romantisches, von viel Wald und reizvollen kleinen Seen umgebenes Städtchen. Eine herausragende Sehenswürdigkeit ist das bekannte und mehrfach um- und ausgebaute Schloss Rheinsberg, welches wir morgen Vormittag besichtigen wollen. Außerdem gibt es hier ein Keramikmuseum, denn die Rheinsberger Keramik blickt auf eine 250 jährige Geschichte zurück. Auch Porzellan wurde und wird heute immer noch hier hergestellt.

Nach dem wieder sehr schmackhaften Mittagessen war noch einmal eine Probe mit Herrn Böhmer angesetzt. Alle übten fleißig.

Danach trafen sich einige, trotz des nicht so schönen Nieselwetters beim nahegelegenen Eiscafé wieder. Frau Samuel empfahl uns ein bestimmtes Eis und wir tranken einen leckeren Kaffee dazu.

Nach dem Abendbrot um 19:30 Uhr war es nun soweit. Wir trafen uns alle in der Hotellobby mit reichlich Lampenfieber, in unseren weißen Aphasiker T-Shirts und mit unseren Noten bewaffnet.
Es waren viele Zuschauer und
Zuhörer gekommen. Herr Böhmer dirigierte und begleitete uns bei einigen Liedern mit dem Akkordeon. Wir sangen zum Beispiel „Morning has broken", das Lied von „Macky Messer" und „Go down Moses", eines unserer Lieblingslieder. Bei dem Lied „ Wenn alle Brünnlein fließen" sang unser Publikum lebhaft mit. Große Anerkennung bei den Zuhörern sowie auch bei uns fanden die von Herrn Klöck selbst geschriebenen und vorgetragenen Gedichte. Unser Auftritt war ein voller Erfolg. Wir und unser kräftig Beifall klatschendes Publikum waren begeistert.

Isabell Noack hat unser Konzert, sowie mehrere Stationen der Chorreise mit ihrer Filmkamera begleitet und einen wunderschönen sehenswerten kleinen Film zusammengestellt, der für alle im Internet anzuschauen ist.

Einige von uns ließen den schönen ereignisreichen Tag zusammen bei einem Gläschen Wein gemütlich ausklingen.

Und schon war Sonntag, der letzte Tag unserer Reise angebrochen.

Nach dem Frühstück hieß es Zimmer räumen und das Gepäck in die Hotellobby bringen.
Ab 10:45 Uhr stand Freizeit auf dem Programm. Fast alle entschieden sich flir einen Besuch des Schlosses Rheinsberg, bei dem auch Frau Samuel und Herr Böhmer mitkamen.

Das Schloss ist nur zum Teil Rollstuhlgerecht, aber es gibt einen Plan, der einen barrierefreien Weg aufzeigt.

Nachdem wir unsere Taschen und Jacken in den Schließfächern verstaut hatten, setzten wir uns die Kopfhörer auf, die wir vom Schlosspersonal erhielten. Per Audioguide, ließen wir uns individuell, jeder für sich, durch das Schloss führen.

Das Schloss Rheinsberg liegt wunderschön direkt am Ufer des Grienericksees.

Zahlreiche Kunstwerke, Gemälde und Raumdekorationen aus der Zeit des 18. Jahrhunderts kann man in den Räumen des Schlosses bestaunen. Es wurde in den letzten Jahren bis heute umfangreich restauriert. Zum Schloss, an dieses angrenzend, gehört auch ein wunderschön angelegter Schlosspark.

Erst als wir mit unserer Führung über Kopfhörer am Ende waren, bemerkten wir, dass der Himmel seine Schleusen geöffnet hatte. Es regnete wie aus Eimern. Aber es dauerte nicht lange, bis die Sonne wieder schien. Oje, einige von uns, so auch meine Eltern, die nicht mit im Schloss waren, weil sie es schon kannten, sondern im Schlosspark spazierten, waren pitschenass bei dem Wolkenbruch geworden.

Um 12:30 gab es im Hotel einen kleinen Imbiss. Kleiner Imbiss ist gut. Wir hatten uns Fischbrötchen bestellt und bekamen im Büffet jede erdenkliche Zubereitung von Salaten dazu. Es war wieder sehr reichhaltig und schmackhaft. Als Dankeschön für die ausgezeichnete Bewirtung sangen wir dem gesamten Küchenpersonal ein Ständchen.

Als Letztes vor unserer Heimreise stand um 13 Uhr noch eine Dampferfahrt mit Akkordeon auf dem Programm.

Obwohl Frau Samuel am Vortag extra nochmal nachgefragt hatte, ob der Dampfer auch wirklich, wie bestellt, barrierefrei sei, was ihr bestätigt wurde, mussten wir leider feststellen, dass der Dampfer alles andere als barrierefrei war. Eine steile, enge Stiege führte nach unten zu unseren Plätzen. Aufgeben kam für uns aber nicht in Frage. Alle fassten mit an und halfen sich gegenseitig. Auch unsere Rollstuhlfahrer konnten mit. Niemand wurde zurück gelassen. Es war schon knifflig, aber gemeinsam schafften wir es. Als alle eingestiegen waren, fuhr der Dampfer eine schöne Runde auf dem Grienericksee. Herr Böhmer schnallte sich sein Akkordeon um und wir sangen natürlich „Jetzt fahr'n wir über'n See" und viele andere Lieder, nicht nur zu unserer Freude, sondern auch zur Freude der anderen Mitfahrer, die nicht zu unserer Gruppe gehörten.

Ca. um 16 Uhr hieß es Abschied nehmen. Müde, aber sehr glücklich, angefüllt mit vielen schönen neuen Eindrücken und Erlebnissen traten wir die Heimreise, wieder in den hoteleigenen Kleinbussen, an.

Hiermit möchte ich mich persönlich sehr herzlich bei Frau Samuel dafür bedanken, dass sie es mir ermöglichte Teil dieser großartigen Gemeinschaft zu sein.

Im Namen aller Teilnehmer unserer so erfolgreichen und für alle wunderschönen und unvergesslichen Chorreise möchte ich mich sehr herzlich bei allen Spendern, bei Herrn Laqua, bei Frau Samuel, bei Herrn Böhmer, beim gesamten Hotelpersonal, kurz bei Allen, die am Gelingen unseres Vorhabens beteiligt waren bedanken.

Mit den wunderbaren und bewegenden Worten aus dem Film von Frau Noack möchte ich meinen Reisebericht beenden:

„Der Aphasiker Chor Berlin zeigt uns, dass das Leben, auch nach

Schicksalsschlägen, weiterhin schön, munter und musikalisch sein kann. Jeder einzelne Sänger des Chores ist ein lebendes Beispiel dafür, dass Musik, Freundschaft und Liebe stärker sein können als jede Krankheit. Das Leben ist wertvoll. Es wurde nie gesagt, dass das Leben einfach sein wird. Aber definitiv der Mühe wert!"

Kathleen Tessnow


Aphasiker Chor Berlin (ACB)

Gegründet am 13.09.2011 von dem Aphasie Landesverband Berlin e.V. (ALB)

und der

Charité - Gesundheitsakademie, Ausbildungsbereich Logopädie

Mit Gesang kann man alle seine Krankheiten verscheuchen.
Zitat Miguel de Cervantes-Saavedra (spanischer Schriftsteller und Dichter,
1574 - 1616)

Chorproben für das Jahr 2017
Ort: Oudenarder Straße 16, Haus A, 1.Stock, 13347 Berlin

Uhrzeit: 15:30 - 16:45 Uhr


Alle zwei Wochen trifft sich der Aphasiker-Chor Berlin. In diesem haben sich Menschen zusammengefunden, die ihre Sprache verloren haben – aber nicht ihren Gesang

Singen löst die Zunge

Von Daniel Schalz

Chöre unterschiedlichster Couleur gibt es wie Sand am Meer, erst recht in einer Großstadt. Doch immer wieder entdeckt man unter diesen welche, die einen überraschen und ganz besonders anrühren – wie der Aphasiker-Chor Berlin.

Aphasiker sind Menschen, die ihre Sprache verloren haben oder erhebliche Schwierigkeiten mit dem Sprechen, Verstehen, Schreiben und/oder Lesen haben. Ausgelöst wird Aphasie durch Schlaganfälle, Schädel-Hirn-Traumata, Gehirnblutungen oder auch schweren Entzündungen, allein in Deutschland leiden 30.000 bis 40.000 Menschen nach einem Schlaganfall an schweren Sprachstörungen.

Dass diese Menschen noch miteinander singen können, was man kaum für möglich halten würde, lässt sich an jedem zweiten Dienstag in einem Gebäude der Charité im Berliner Wedding erleben: Hier trifft sich der Chor mit Wolfgang Böhmer, der die Gruppe seit August leitet. Dem Musiker und Komponisten ist es wichtig, seinen Sängerinnen und Sängern wie in jedem anderen Chor auch zu begegnen und sie nicht als Patienten zu sehen – dementsprechend fördert, aber fordert er sie auch. Und es ist dann tatsächlich erstaunlich, wie leicht ihnen die Texte von „Die Gedanken sind frei“, „Wenn alle Brünnlein fließen“, „Rote Lippen soll man küssen“ oder auch die Melodie von „Amazing Grace“ über die Lippen kommen – und wieviel Spaß es allen augenscheinlich macht.

„Die Idee zu dem Chor kam mir vor vier Jahren“, erzählt Mona Samuel, Lehrlogopädin der Gesundheitsakademie der Charité. „In meiner monatlichen Selbsthilfegruppe für Aphasiker hatten wir immer mal wieder zusammen gesungen, aber nur ein oder zwei Lieder, was allen viel Spaß gemacht hat. Die Initialzündung kam dann, als eine Patientin unbedingt mehr singen wollte, aber in ganz Berlin kein passendes Angebot gefunden hat.“ Hinter dem Aphasiker-Chor stehe kein therapeutisches Konzept, sagt Samuel: „Wir sind definitiv kein Therapiechor. Wir singen zusammen – und das macht Spaß. Es geht vor allem darum, den Patienten ein Stück Lebensfreude zurückzugeben und Ihnen aufzuzeigen, welche Ressourcen sie noch haben und diese auch zu nutzen, mit dem Schlaganfall und den Symptomen am Leben aktiv wieder teilzuhaben  – denn Aphasie ist manchmal auch mit Depressionen mit Rückzug aus dem sozialen Leben verbunden.“

Eine Möglichkeit, auf die offenbar viele Aphasiker gewartet haben: Hatte der Chor ursprünglich mit rund zehn Mitgliedern begonnen, sind es mittlerweile über 30, die aus ganz Berlin – auch aus weit entfernten Stadtteilen – einen beschwerlichen Anreiseweg auf sich nehmen.  Auch der Aphasie Landesverband Berlin steht hinter dem Projekt und beteiligt sich am Honorar für den Chorleiter, hat ein Klavier angeschafft und hilft bei der Öffentlichkeitsarbeit.

Wie aber kann es sein, dass Menschen, die sich so schwer mit dem Sprechen tun, so wenige Probleme mit den Liedtexten haben? „Man nimmt an, dass Texte von Liedern als Sprachautomatismen und Gesamtbausteine an einer anderen Stelle im Gehirn gespeichert sind als die Sprache der normalen zwischenmenschlichen Kommunikation“, erklärt Barbara Ries, Leitende Lehrpädagogin der Gesundheitsakademie der Charité. „Lieder, die bekannt sind, und im Wissen und Sprachsystem der Betroffenen gespeichert sind, können in diesem Moment – wahrscheinlich auch hervorgerufen durch die Melodie – abgerufen werden. Und dann ist fließendes Sprechen des Textes möglich.“  Und Dr. Monika Jungblut, die die musiktherapeutische Behandlungsmethode Sipari für Aphasiker entwickelt hat, sagt: „Aphasiker singen gerne, weil sie die Ressource Tonhöhe und Intonation noch nutzen können.“

Wie gut ihnen der Chor tut, erzählen dessen Mitglieder auch selbst – mit den sprachlichen Mitteln, die ihnen zur Verfügung stehen. Stockend und mit offenbar großer Mühe berichtet zum Beispiel der 78-jährige Karlheinz Wischnitzki, dass er als junger Mann im Kirchenchor gewesen sei und auch sonst ständig gesungen habe – zum Beispiel beim Rasieren. Nach seinem Schlaganfall vor 22 Jahren war plötzlich alles anders: Mühsam musste er sich seine Sprachfähigkeit Stück für Stück zurückerkämpfen.  „Dieser Chor hier macht mir riesigen Spaß“, sagt der ehemalige Maschinenbau-Ingenieur. Die Liedtexte kämen ihm „sehr ordentlich über die Lippen“, sagt er lächelnd. „Singen geht bedeutend besser als Sprechen!“

Noch mehr Schwierigkeiten mit dem Sprechen hat Olaf Rühle, der vor acht Jahren einen Schlaganfall hatte. Immer wieder springt ihm seine Frau zur Seite, weil ihm die Worte fehlen: Die Chorproben seien immer ein sehr freudiger Anlass für ihn, schon im Auto auf dem langen Weg aus Rudow im Berliner Süden singe man sich zusammen ein. Ihm würde es nichts ausmachen, wenn die Proben noch länger dauerten – und wenn der Chor öfter öffentlich aufträte.

Überhaupt: die Konzerte! Die Erinnerung an diese lässt bei allen Mitgliedern die Augen glänzen. So gab es etwa beim 50-jährigen Jubiläum des Bundesverbandes für Logopädie im Jahr 2014 Standing Ovations – selbst die versammelten Fachleute staunten, was da musikalisch auf die Beine gestellt worden war.

An dieses Konzert erinnert sich auch Karin Jürschik besonders gerne zurück. Vor 15 Jahren schlug sie mit dem Kopf auf eine Glasplatte und erlitt eine schwere Aphasie – sie konnte weder sprechen noch lesen noch schreiben. Jetzt lässt sie beim Sprechen immer wieder Satzteile aus, manchmal sucht sie nach Worten, aber man versteht, was sie sagen will: Ohne den Chor würde ihr etwas fehlen, das gemeinsame Singen sei ausgesprochen lustig. Das Singen sei eine „gute Medizin für schlechte Laune“, sagt sie. Dabei schätzt sie die zweiwöchentliche Chorprobe nicht nur wegen der Musik, sondern auch wegen des Zusammenhaltes und des Austausches mit den anderen.

Schließlich kommen hier Menschen zusammen, die wie niemand anderes nachvollziehen können, wie es ihren Mitsängern geht. „Einmal begann jemand zu weinen, weil er ein Lied nicht hinbekam oder durch eine Erinnerung berührt wurde“, erzählt Mona Samuel. „Da ging einer der anderen quer durch den Raum, setzte sich neben ihn, ergriff seine Hand und sagte nur leise: ‚Scheiße, wa?‘ Und der Angesprochene antwortete: ‚Ja, scheiße‘. Dann sangen beide weiter. In solchen Momenten weiß ich, dass sich der ganze Aufwand lohnt.“


 
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